MACH FEUER! Aber richtig!

Heizwert und Wärmebedarf

Oft wird die Frage nach dem richtigen oder angemessenen Heizwert für eine bestimmte Wohnraumgröße gestellt.

Hier muss man vorab festhalten, dass diese Frage nicht konsequent mit einer einfachen Formel errechnet werden kann.
Es ist vielmehr von den richtigen Informationen des Ofeninteressenten abhängig,
wie diese Frage zu beantworten ist.

Zur Wärmebedarfsermittlung stellen sich zunächst die Fragen der gewünschten zu beheizenden Fläche, das Alter des Wohnraumes/ Gebäudes und des Dämmstandards.

Weiterhin ist interessant wie und in welchem Maß die zukünftige Feuerstelle beheizt
werden soll, welche Raumtemperatur Sie behaglich finden, wie viele Türen oder Öffnungen der Aufstellraum der Feuerstelle besitzt und mit welcher Art von Feuerstelle die Wärme erzeugt werden soll.

All diese Fragen sind eng miteinander verknüpt, wenn es um eine angemessene Wärmebedarfsermittlung geht.

Warum ist das so?


Nun, der Heizwert wird zunächst einzig und allein durch die Menge des Brennstoffs ermittelt.

Hier gilt als Faustformel: 1kg Holz mit ca. 20% Restfeuchte erzeugen in der Stunde verbrannt  ca. 4 KW. Was sind jetzt KW/h. Auch hier gibt es ein "Daumenmaß". Mit einem KW/h lassen sich je nach Dämmstandard ca. 10-20 m² Wohnraum auf angenehme Wohnraumtemperatur erwärmen.

Was folgt daraus?

Betrachtet man die Fakten anders herum hört es sich gar nicht so kompliziert an.
Man geht davon aus das neu errichtete Gebäude einen Wärmebedarf pro m² von gerade einmal 40 Watt und weniger benötigen. Gut gedämmte und sanierte Altbauten liegen bei ähnlichen Werten. Hier entspricht der Wärmebedarf pro m² ca. 60 Watt.

Ein ungedämmter Altbau, möglicherweise mit alten Fenstern hat einen hohen Wärmebedarf von 100-120 Watt pro m².

Folgende Beispiele sollen den Sachverhalt noch anschaulicher gestalten:

Beispiel 1:

Sie suchen einen Ofen für Ihr gerade erworbenes Einfamilienhaus, Baujahr 1967, Ziegelmauerwerk 36,5 cm ungedämmt und unsaniert, alte einfach verglaste Fenster.

Ihr Wunsch ist es nun den Ofen in ein 20 m² Wohnzimmer zu stellen, um von da aus den restlichen Wohnnutzraum von 70 m² zu erwärmen. Das Wohnzimmer hat nur eine Zugangstür mit ca. 85 cm Breite.

Man kann davon ausgehen, dass der Wärmebedarf pro m² bei ca. 120 Watt liegt. Für das Wohnzimmer bedeutet das: 120 Watt x 20 m² = 2400 Watt also 2,4 KW/h.

Bei einem effizienten Ofen benötigen Sie dafür nun ein wenig mehr als ein halbes Kilo Holz pro Stunde. Das hört sich ja fantastisch an. Für die restlichen 70 m² benötigen Sie nun nur noch 8400 Watt. Halt! So funktioniert das leider nicht. Damit die 70m² einigermaßen warm werden müsste der Wohnraum komplett offen gestaltet sein. Darüber hinaus bräuchten Sie mehr als 28 Grad im Wohnzimmer damit anfallende Wärme herausziehen kann.

Die  Themen Wärmebedarf und Heizwert sind viel komplexer!

Beispiel 2:
Ihr neu errichtets Haus hält alle Standards. Nach Energieeinsparverordnung gebaut. Der offen gestaltete Eingangs-, Wohn-, und Essbereich befindet sich im Erdgeschoss. Schlafräume, Badezimmer und Büro im Obergeschoss sind zu vernachlässigen, da wenig bewohnt.

Ihnen geht es darum in Übergangszeiten und der Gemütlichkeit wegen ein zusätzlich wärmendes Feuer zu entfachen. Die zu beheizende, (wohl gemerkt völlig offene Bauart) hat eine Fläche von 78 m². Ihr Wärmebedarf pro m² wurde von der Hausbaufirma mit 42 Watt beziffert.
Für die 78 Quadratmeter benötigen Sie gerade einmal ein Energiebedarf von 3276 Watt. Das sind also 3,3 KW/h oder anders gesagt ein knappes Kilo Holz pro Stunde.

Es wird sehr deutlich worauf es ankommt.
Nicht nur die zu beheizende Fläche, sondern der Dämmstandard, der Schnitt der Räume - kurzum die Bedürnisse des Ofeninteressenten sind von enormer Wichtigkeit.

Der eigentliche und erzeugte Heizwert wird darüber hinaus auch durch Faktoren wie Druckverhältnisse, Größe, Art und Restfeuchte des verwendeten Holzes, Effizienz und Bedienbarkeit der Feuerstelle etc. beinflusst.
Beratung zu diesem Thema ist also äußerst wichtig und unabdingbar.